
Der Eingang zum Schlosspark liegt nahe beim Schloss, kurz hinter dem alten Portal. Zunächst sollte der Besucher den denkmalgeschützten Alten Park besuchen. Wenn er vom Eingang nach links hinüber geht, öffnet sich ihm eine 800 Meter lange Sichtachse zum Schlossteich. Kurz dahinter liegt links die Orangerie, die seit acht Jahren ein beliebter Veranstaltungsort für Lesungen, Kabaretts und Operettenaufführungen ist. Geht er am Eingang dagegen nach rechts, öffnet sich das Areal hin zum neuen Park; der Besucher geht an Wechselpflanzungen vorbei und trifft dann bald auf den einer Gracht nachempfundenen Kanal, der die Trennungslinie von historischem Park und neu geschaffenem Garten markiert.
Hinter dem offenen Gelände im vorderen Teil des Parks liegt der in Boskette gegliederte Wald. Ein Boskett (von französisch bosque, übersetzt mit „Wäldchen“, „Gehölz“ oder auch „Dickicht“) ist ein „Lustwäldchen“ innerhalb eines geometrisch gestalteten Schlossgartens. Von diesen Bosketten wurden zur Landesgartenschau im Jahr 2009 sechs nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Im gesamten alten Park unterstreichen Stauden und Gräser den Charakter der Anlage. Den Besucher erwartet außerdem ein breites Spektrum Schatten liebender Pflanzen und Blumen.
Der neue Park
Der neue Park ist einer holländischen Polderlandschaft nachempfunden, der Heimat der Kurfürstin Louise Henriette. Gräben durchziehen das Gelände und auf einer weiten, von Spalierbäumen flankierten Grasfläche erhebt sich über acht Meter hoch die aus Bandstahl gefertigte Silhouette der Oranierin, die auf 15 quadratische Gartenzimmer von jeweils 900 qm Größe schaut.
Jedes dieser Gartenzimmer setzt einen Aspekt von Louise Henriettes Leben und Träumen in Bilder aus Blumen, Pflanzen und Objekten um. Sie thematisieren ihre Liebe, ihre Familie und ihren festen Glauben, illustrieren ihr Verhältnis zum Luxus und ihre Sehnsucht nach der vermissten Heimat.
So zeigt das Gartenzimmer „Zukunft“ die Sorgen und Nöte einer Frau, die sich leidenschaftlich für den Aufbau einer modernen Landwirtschaft nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges engagierte: Louise Henriette holte niederländische Siedler, Fachleute für Kanal- und Schleusenbau, Rinder- und Schafzüchter ins Land. Sie ließ Musterwirtschaften bauen, förderte den Anbau von Flachs, Kartoffeln, Tomaten, Spargel, Hopfen, Wein und führte die Ananas in Brandenburg ein. Aber der Korb mit den Erträgen war nicht immer gefüllt. Wetter, Anbaumethoden und Pflanzenkombination entschieden über gute Jahre oder Hungerszeiten. Schädlinge waren gefürchtet und forderten ihren Tribut. Diese Angst zeigt das Traumbild: In einem überdimensionalen Weidenkorb sitzt ein fetter, Querflöte spielender Käfer. Der Korb ist fast leer, nur eine Kartoffel, eine Spargelstange und eine Ananas liegen darin. Der Käfer hat ein gutes Mahl gehalten und spielt sich dazu seine Tischmusik. Die Menschen dagegen, sie werden Hunger leiden.
Das Schöne und das Nützliche
Die klare Gliederung des neuen Parks entspricht der holländischen Wesensart. Sie bringt mit gartenarchitektonischen Mitteln den niederländischen Pragmatismus zum Ausdruck und setzt auf die große Bedeutung des Wassers, des flachen Landes und des hohen Himmels. Viele Elemente verbinden, was ein Ideal der Niederländer war, das Schöne mit dem Nützlichen. So wachsen nicht nur Blumen im Park, sondern auch Kartoffeln, Spargel und Kohlköpfe.
Im hinteren Teil erstreckt sich das zur Landesgartenschau gebaute Areal mit dem Dreiseithof und den weißen Hallen. Neu ist hier das Boulefeld, für das der Gastwirt gleich nebenan das Spielgerät in der Blumenhalle ausleiht. Hinter dem gepflasterten Platz, auf dem auch Veranstaltungen stattfinden, liegt der kleine Hafen – als Umschlagplatz für Handelswaren aus fernen Kontinenten wie der Pfeffer von den weit entfernten Molukken, die wichtigste Quelle des Reichtums im Holland des 17. Jahrhunderts. Dann geht es für den Besucher zurück zum Eingang – vorbei an der von Zwergen bewachten Spiellandschaft mit dem gelben Spielhaus, dem flachen Badeteich und vielen Gerätschaften zum toben.